Casper @ Alter Schlachthof Dresden

“Ach. Das ist doch der, bei dem die ganzen jungen Weiber so abgehen, oder?”
So oder so ähnlich waren die Reaktionen auf der Arbeit als ich berichtete, dass ich in meinem Urlaub auf dem Casper Konzert in Dresden war. Zugegebener maßen dachte ich so auch vorher. Jedenfalls als ich dann mal wusste wer dieser Casper war und was er eigentlich im Internet zu suchen hatte.


Kratzen wir doch kurz mal am Urschleim. Auf besagten Künstler bin ich eigentlich nur durch den österreichischen TV-Sender “goTV” und meiner reizenden Cousine gekommen. Denn wir saßen eines Tages vor dem Fernseher als ein Video von Benjamin (so sein richtiger Name) auf diesem Musiksender lief und meine bessere Hälfte meinte, der sei “voll cool”.
Diese Info verdrängte ich dann erfolgreich bis zu dem Moment, als ich mich für die, aus CHemnitz stammende, Band Kraftklub interessierte. Irgendwie war das ja doch ganz cool was die da machten. So auf Deutsch und so.
Kurzerhand fand ich mich Anfang diesen Jahres auf einem ihrer Konzerte wieder.

Um wieder auf Casper zurück zu kommen. Ich kannte dann ein paar Songs von ihm, die fand ich ganz cool und das war es eigentlich schon. Bis er als Headliner vom Kosmonaut Festival verkündet wurde.
(Das Kosmonaut Festival findet am Stausee Rabenstein – also gut 3km von meiner Wohnung – in Chemnitz statt) Es macht nämlich sehr viel Sinn sich für einen Künstler richtig zu interessieren, wenn man keine Chance mehr hat auf dieses Festival zu gehen und man sich somit noch mehr in den Arsch beissen kann.
Jedenfalls war da beschlossene Sachen: Wir und Casper. Läuft.

Als dann die kleine Tour für dieses Jahr noch angekündigt wurde überlegten wir und bestellten dann einfach Tickets, ohne das wir uns sicher waren ob wir hingehen können. Einen Tag später war das Konzert ausverkauft. Juhe, welch ein Glück für uns.
(Eigentlich wollte ich gar nicht so weit ausholen in meinen Erklärungen…)

Am 04. Oktober war es dann so weit. Die zwei chemnitzer Damen hatten Urlaub und zogen gegen Mittag dann los die Bundeslandhauptstadt zu überfallen. Erst ein wenig in der Stadt rumgeschaut (man findet leider IMMER was bei Primark) und dann sind wir auch schon zur Location.
Um die Stunden bis zum offiziellem Einlassbeginn im Auto zu verbringen. Es fing fürchterlich an zu regnen und da wir zwei bekannter maßen Helden sind, hatten wir keinen Regenschirm oder ähnliches dabei.
Wir schlurften dann irgendwann nach 17Uhr zum Alten Schlachthof um dann ganze 1,5h im Regen zu stehen. (Was uns dann schon gar nicht mehr interessierte, als wir dann endlich drin waren.)

Nach der Vorband – die da Drangsal hieß und überaus toll ist – ließ uns der Herr der Schöpfung nicht lange warten und versetzte die Masse in Bewegung.
Man mag es glauben oder nicht, aber Casper brauchte genau 2 Sekunden um mich umzuhauen. Da ich etwas skeptisch an die Sache heran ging, da es bei Kraftklub so lange dauerte bis ich wirklich warm wurde und mich bewegen wollte, war ich umso überraschter dass ich schon ab Beginn nicht mehr an mich halten konnte.

Mir wurde während des Konzertes wieder etwas wahnsinnig wichtiges bewusst:
Musik lässt uns leben. Ich kenne nichts anderes, was einem so viel gibt. Egal ob Emotion oder Kraft. Musik lässt uns vergessen, lässt uns Dinge in einem anderen Licht sehen.
Wenn wir die richtigen Songs -. und zwar UNSERE Songs – hören, dann ist die Welt wieder furchtbar in Ordnung, nicht wahr?

So erging es mir. Bei dem Song “Ariel” musste ich mir schon die ersten Tränen aus dem Gesicht wischen, aber als dann mein All-Time-Favorite “Im Ascheregen” anfing war das mein Abend. All die Sorgen, Erinnerungen und Gefühle die ich mit diesem Song verbinde waren weg. Einfach weg. Und es war verdammt gut so. Losgelöst wie ich war sang ich jeden Song so laut ich konnte mit. Halsschmerzen? Who cares.

Jetzt hat die dicke Frau aber viel erzählt. Ja ja, ich hör auch gleich auf.
Was ich noch sagen möchte ist einfach, dass man Casper und seine Konzerte nicht in viel Worte verpacken kann. Denn sie würden nie reichen.
Ich verstehe jetzt mehr denn je, warum alle so auf seine Musik stehen und ich weiß nun auch, dass der kleinste Teil des Publikums wirklich erst 14 Jahre alt ist.

“Dies ist kein Abschied, denn ich war nie willkommen”
(Casper – Im Ascheregen)

[Rezension] Erlebnispornografie von Mimi & Käthe

Wer mich vor einigen Jahren schon kannte der wusste, dass ich beim Thema Sex einfach nur rot anlief und auf meine Hände starrte. Nicht, weil ich nichts sagen wollte, sondern nichts zu erzählen hatte. Ich war schlichtweg zu unerfahren mit meinen damaligen 19 Jahren und wollte eigentlich auch nicht sagen, was ich gerne machen würde. Einfach weil ich mir dumm vorkam.
4 Jahre sind seit dem nun vergangen und heute bin ich jemand der Anderen gern mal die Schamesröte ins Gesicht treibt.

Lange Rede kurzer Sinn; Auf das Buch “Erlebnispornografie” von Mimi&Käthe kam ich schlicht und ergreifend, weil ich den Blog der beiden schon länger verfolge. Ich mag, wie sie die Dinge beim Namen nennen und – man mag es kaum glauben – es wirklich irgendwie schaffen die Pornografie gesellschaftsfähig zu machen.
Aber genug des langen Vorgeplänkels, los geht es mit den Fakten!

“Erlebnispornografie” wird bei dem großen Versandhandel mit dem großen A unter “Sex-Ratgeber” gelistet und unwillkürlich muss man da an diverse Kamasutra-Bücher und ähnliche Dinge denken. Tatsächlich würde ich das Buch von Mimi und Käthe nicht als “Ratgeber” anpreisen. Es ist eher… ja was ist es eigentlich?

Die Autorinnen betonen immer wieder, dass sie keine Profis oder Ärzte sind und deshalb alles nur aus ihrer persönlichen Erfahrungen oder Erfahrungsberichten ihrer Bekannten aus der Pornobranche entnehmen. Das heißt auch, dass alles was in dem Buch geschrieben wurde eine persönliche Note bekommen hat. Ich persönlich finde, dass man so einen kleinen Einblick in die Welt der Pornodarsteller bekommt (da die beiden Bloggerinnen in dieser Szene viel zu tun haben) und man muss beim Lesen doch sehr oft schmunzeln. Nicht nur wegen der Ausdrucksweise der Autorinnen, sondern auch weil jeder sich irgendwo kurz wieder erkennt.

Denn niemand kann mit erzählen, dass er noch nie auf bestimmte einschlägige Seiten nach diversen bewegtem Bildmaterial gesucht hat.
Für den Ein oder Anderen werden bestimmt auch ein paar Begriffe erklärt und diverse Praktiken näher gelegt.

Alles in allem ist die Message für mich persönlich, dass es keine Schande ist Pornos zu schauen. Man sollte sich dennoch vor Augen halten, dass die meisten Filmchen nichts mit der Realität zu tun hat. Außerdem bekommt man auch noch ein klein bisschen zum nachdenken mit auf dem Weg.

Ich war wirklich sehr gespannt auf dieses Buch und bereue es auch nicht das nur 319 Seiten starke Werk 9,99€ gekauft zu haben. Auch wenn für mich nicht so viel dabei war, was ich noch nicht wusste fühlte ich mich sehr gut unterhalten und habe das Buch auch schon Freunden empfohlen.
Meine Wertung: 4/5 Sternen
(Das Buch habe ich mir selbst gekauft und schreibe diese Rezension aus freien Stücken – nur um das mal geklärt zu haben 😉 )